Gemeinde Weilerswist

Das Wappen symbolisiert durch die Vereinigung der für die ehemaligen Bürgermeistereien Weilerswist und Lommersum charakteristischen Symbole den Zusammenschluss dieser früheren Verwaltungseinheiten zur heutigen Großgemeinde. Da die ursprünglichen Farben des Adlers aus dem Lommersumer Gerichtssiegel von 1675 nicht mehr zu ermitteln waren, wurden die Farben Schwarz und Silber des Kurfürstentums Köln, dem Weilerswist seit dem Jahr 1303 angehörte, für das Wappen zu Grunde gelegt.

Statistik
1798
1803
1850
1905
1939
1950
1970
2000
2005
2007
Einwohnerzahl der Großgemeinde Weilerswist
2.700
2.925
4.589
5.076
5.934
8.047
11.486
16.641
16.925
16.889

Geschichtsdaten
Königreich Preußen
1815
Provinz Jülich-Kleve-Berg
1816
Rheinprovinz
1822
Amt Weilerswist-Lommersum entsteht
1886
Gemeinde Müggenhausen kommt zum Amt Weilerswist-Lommersum
1932
Land Nordrhein-Westfalen wird gebildet
1946
Kommunale Neuordnung der Kreise
1969
Partnerschaft mit Carqueiranne in Frankreich
1978
Partnerschaft mit Whitnash in England
1989


Fast fünf Jahrhunderte währte die Römerherrschaft im linksrheinischen Raum, nachdem im Jahre 53 vor Christi Geburt Julius Caesar die kelto-germanischen Stämme dort besiegt, die Eburonen in unserem Gebiet fast vernichtet und dafür die Ubier aus dem Rechtsrheinischen hierhin geholt hatte. Verbliebene Siedlungslücken wurden später durch organisierte Ansiedlung römischer Heeresveteranen geschlossen; sie erhielten kleine Höfe zugeteilt, die in bestimmten Abständen voneinander lagen. Unser Gemeindegebiet ist daher verhältnismäßig dicht mit Trümmerstätten römischer Einzelsiedlungen und -gräber überzogen. Im Jahre 2003 wurde in Klein-Vernich ein römisches Landgut (eine „villa rustica“) ergraben. Römische Tempel waren auf dem Swisterberg, im Bereich von Metternich, vermutlich auch auf dem Kirchhügel in Lommersum und auf der Vernicher Heide. Mehrfach sind Wasserleitungen gefunden worden; eine Trasse zieht sich im Hang der Ville vom quellenreichen Metternich bis zum Swisterberg und von dort weiter nahe dem Höhenrand in Richtung Oberliblar; dort sieht sie so aus wie die Trasse im Kottenforst, wo die große Eifel-Wasserleitung ausgebrochen worden ist.


Straßenname in Metternich
Nachgewiesen ist auch eine römische Fernstraße. Sie kam von Trier und führte vom „vicus“ (Dorf) Belgica (bei Billig) in fast schnurgerader Linie in nordöstlicher Richtung nach Metternich, dort durch die heutige Bergstraße bergan über die Ville nach Wesseling zur großen Rheinstraße. Zwischen ihr und der bekannteren Römerstraße Trier – Zülpich – Liblar – Köln gab es weitere römische Straßen und Wege innerhalb des heutigen Gemeindegebietes, beispielsweise im Bereich des Swisterbergs. Dort und in Metternich, wo Pferdewechsel für Frachtwagen erforderlich war, gab es entsprechende Versorgungsstationen.


Die Franken begründeten neue Siedlungen, die Ursprung oder Vorläufer der meisten heutigen Orte und Ortsteile wurden. Sie entstanden – bis auf Neukirchen und Neuheim – spätestens im 6. oder 7. Jahrhundert, nachdem die Merowinger unter Chlodwig die Alemannen in der Schlacht bei Zülpich 496 besiegt und die fränkischen Stämme im Rheinland bis 507 unter ihre Herrschaft gebracht hatten. Die folgende, wenn auch nur kurze Friedensperiode begünstigte Ansiedlung und Erschließung des Landes. So begannen sich entlang der Erft und ihren Nebenläufen die -heim-Orte (Orte, deren Namen auf -heim enden) aufzureihen. Hinzu kamen die Mühlen, zu deren Betrieb vielfach kleine Bäche von der Erft abgezweigt wurden, um die örtliche Ernte von Getreide und Raps verwerten zu können.
Es entstanden, um im Süden des heutigen Gemeindegebietes zu beginnen, damals links der Erft Bodenheim, ferner Lommersum, das ursprünglich Lomundesheim hieß und Horchheim, rechts der Erft dann Ottenheim und Derkum, dessen Name aus Dedichheim hervorgegangen ist, weiter östlich auf der „Hochfläche“ schließlich noch Schneppenheim. In die gleiche Siedlungsperiode weisen auch die Ortsnamen mit „Haus“, „Hausen“ und „Weiler“ wie Hausweiler, Müggenhausen und Weiler(swist). Letzterer ist erst wesentlich später infolge der Verschmelzung zweier Dörfer zustande gekommen: dem Weiler in Erftnähe und dem Swist, das nördlich des Bahndammes und östlich der Kölner Straße gelegen war und im 13. Jahrhundert untergegangen ist. Die Namen Metternich und Vernich sind, weil ursprünglich auf „-iacum“ endend, der römischen Zeit zuzuordnen.

Die Bezirks- oder Provinzialstraße Köln – Trier über Brühl und Euskirchen, die die Lebensader von Weilerswist, Groß-Vernich, Hausweiler und Derkum wurde, wurde in den Jahren 1824 bis 1830 gebaut. Bis 1903 freilich musste „am Barrier“ (an der Barriere) unterhalb des Swisterbergs und in Derkum Straßenbenutzungsgebühr entrichtet werden. Diese Straße führte 1827 auch zu einer regelmäßigen Postkutschen-Verbindung zwischen Köln und Münstereifel.
Die 1875 eröffnete Eisenbahnstrecke Köln – Euskirchen mit Anschluss an die Linie nach Trier brachte eine wesentliche Verkehrsverbesserung. Auf Gemeindegebiet entstanden Bahnhöfe in Weilerswist und Derkum (letzterer liegt in Ottenheim).
Zwei große Fernverkehrsstraßen durchziehen seit einigen Jahren unser Gemeindegebiet und treffen sich an seinem Rande im Bliesheimer Kreuz: die Bundesautobahn 61 von Ludwigshafen nach Venlo wurde ab 1968 im Bereich Miel bis Erftstadt gebaut und 1970 in Betrieb genommen, die BAB 1 verläuft in Richtung Köln bis zum Abzweig Erfttal mit ihr auf einer Trasse, vom Bliesheimer Kreuz an in Richtung Eifel wurde sie ab 1975 gebaut und ist seit 1982 bis Blankenheim in Betrieb.